Ein Spiegel reflektiert oder leitet um. Beide Eigenschaften macht sich die Fotografie zunutze mit Hilfe der Spiegelreflexkamera, kurz SR-Kamera genannt.
Bei diesen Fotoapparaten wird das Motiv zur Betrachtung vom Objektiv über einen Spiegel umgelenkt und auf einer Mattscheibe abgebildet. Direkt mit dem Auge oder durch einen Sucher kann dann dieses Motiv betrachtet werden. Man unterscheidet hierbei zwischen einäugigen und zweiäugigen Spiegelreflexkameras.
Inzwischen hat die digitale Aufnahmetechnik längst auch die Welt der Spiegelreflexkameras erobert, und diese Fotoapparate mit digitalem Sensor werden meist nur DSLR (Digital Single-Lens Reflex) oder DSR (Digitale Spiegelreflex) genannt.
Die erste SR-Kamera nach dem oben beschrieben Prinzip wurde schon 1861 von Thomas Sutton konstruiert. In Deutschland wurde erstmals eine einäugige SR-Kamera um 1900 von der Firma Richard Hüttig in Dresden hergestellt, es war eine „Zeus-Spiegel-Kamera".
Auch die allererste Kleinbild-Spiegelreflexkamera stammte aus Dresden, die „Kine-Exakta" wurde 1936 auf der Leipziger Frühjahrsmesse der Welt vorgestellt.
Wie nun aber genau kommt mit Hilfe des Spiegels das Licht auf den Träger, d.h. auf die Filmebene? Durch die Linse des Objektivs gelangt das Licht und wird vom Schwingspiegel reflektiert und auf die Einstellscheibe projiziert.
Mit einer Sammellinse und durch die Reflexion innerhalb des Pentaprismas wird dann das Bild im Sucher sichtbar. Während der Aufnahme nun klappt bei der einäugigen SR-Kamera der Spiegel nach oben und der Verschluss öffnet sich. Das Bild wird dann nicht mehr in das Pentaprisma umgelenkt sondern gelangt auf den Film. Ein Negativ ist entstanden und wird nach der Entwicklung sichtbar.
Die DSR, die wie die üblichen Digitalkameras mit einem Sensor arbeiten, haben den Vorteil, dass die Bilddaten sofort zur Verfügung stehen und weiterverarbeitet werden können. Deshalb sind diese Kameras heute z.B. für jeden Pressefotografen ein Muss.
Weiterer Vorteil im Vergleich zur normalen Digitalkamera: Dank ihrer großen Bildsensoren tritt bei DSR-Kameras nur wenig Bildrauschen auf. Aber die fast alleskönnenden Geräte sind nicht ganz billig, wenn man noch die verschiedenen Objekte wie Weitwinkel, Tele usw. berücksichtigt. Allein sie sind schon ein kleines Vermögen wert.
Fotografen mit künstlerischen Ambitionen und höchsten Qualitätsansprüchen wiederum werden vor allem auf die analogen Spiegelreflexkameras zurückgreifen, nicht zuletzt weil diese auch weniger staub- und schmutzempfindlich sind.
Und nur noch für Nostalgiker und Sammler ist die zweiäugige SR von Bedeutung, ansonsten hat sich dieser Fotoapparat mit zwei Objektiven gleicher Brennweite nicht weiter durchsetzen können. Aber für die Mittelformatfotografie können sie aufgrund der hochwertigen Objektive zu gleichzeitig günstigen Preisen durchaus ein idealer Einstieg sein.
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