Obwohl die digitale Fotografie und mit ihr die digitale Kamera in den meisten Bereichen der Fotografie inzwischen zum Standard und zum massentauglichen Mittel geworden ist, hat die analoge Fotografie nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. „Analog" kommt wie „photo" aus dem griechischen und bedeutet „ähnlich", „entsprechend".
Mit Hilfe des Fotoapparates und über einem chemischen Prozess wird also ein analoges (dem Objekt/Motiv entsprechend) Abbild der Helligkeitsverteilung in Form unterschiedliche elektrischer Ladungen entsprechend der jeweiligen Helligkeit der einzelnen Bildpunkte erreicht. Man könnte die analoge Fotografie auch als chemische Fotografie bezeichnen, im Gegensatz zur elektronischen, der digitalen Fotografie.
Die Vorteile der digitalen Fotografie liegen vor allem in der Zeit- und Kostenersparnis. Allein schon die Filmbeschaffung, Entwicklungsarbeiten, Dunkelkammer usw. fallen hier weg. Das Resultat ist sofort sichtbar und kann unverzüglich am Computer bearbeitet und ausgedruckt werden.
Aber mal ehrlich: Analog bedeutet ohne Übertreibung auch sinnliches Erleben: schon das Auspacken des Films, dessen Geruch, das behutsame Einlegen des Films in den Fotoapparat - und später beim Entwickeln und Vergrößern die Spannung, was da aus dem Fixierbad wohl herauskommen mag.
Wer sich diesen „Luxus" leisten will und besondere Ansprüche stellt ist hier also bestens aufgehoben. Die analoge Fotografie hat ihre Vorteile zum Beispiel bei qualitativ hochwertigen Architekturaufnahmen (Vermeidung stürzender Linien) oder bei ausgesuchten Weitwinkelperspektiven.
Besonders bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen ist die analoge Fotografie eine echte Meisterin. Hochempfindliche Schwarz-Weiß-Filme haben schönes Korn und eine gute Schärfe. Bei Mittel- und Großformaten - egal ob in Farbe oder Schwarz-Weiß - liegt die analoge Aufnahme ebenfalls vorn.
Außerdem sind analoge Fotoapparate weit weniger staubempfindlich als digitale Kameras. Und was die Speichermedien der Aufnahmen betrifft, so sind Negative oder Dias immer noch langlebiger als CD, DVD oder die Festplatte des Computers.
Bei allen Vorteilen der analogen Fotografie - generell kann man analog und digital nicht gegeneinander aufrechnen. Beide fotografischen Verfahren haben ihre Daseinsberechtigung. Da wird mitunter ein unvereinbarer Gegensatz aufgebaut und eine Konkurrenz hochgespielt, die es nicht gibt. Das erinnert ein wenig an die Mär in den 60er Jahren, die von der Gegnerschaft zwischen den Beatles und den Stones wissen wollte...
Nein, die jeweiligen Vor- und Nachteile bei analoger und digitaler Fotografie einschließlich der dafür verwendeten Kameras erlauben im Grunde genommen keine eindeutige Festlegung. Und so sollte es auch nicht sein. Entscheidend sollte für jeden Anwender, ob Laie oder Profi, immer sein, was bezweckt wird, was einem am besten von der Hand geht - und seine eigenen finanziellen Möglichkeiten sollte man schließlich auch nicht außer acht lassen.
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