Der Umgang mit dem Licht und die richtige Ausleuchtung von Körper und Umfeld dürfte wohl die Hohe Schule in der Aktfotografie sein. Nicht zuletzt kann man mit Hilfe des Lichts auch die Erotik im Bild verstärken. Das machen das Licht und sein vielseitiger Einsatz so anspruchsvoll.
Licht ist wie eine Modelliermasse, die dem nackten Körper Form und Ausdruck verleiht. Licht umspielt den Körper, es streichelt ihn, es schmeichelt ihn. Licht im Zusammenspiel mit Schatten kann auch nur andeutend darstellen und so den erotischen Ausdruck verstärken.
Wie prickelnd kann doch zum Beispiel nicht richtig bzw. nur vage Gezeigtes wirken, wo dann die Phantasie des Betrachters mitspielt!
Doch zuvor muss an um den Einsatz von Lichtquellen wissen, wie man Tages- und Kunstlicht einsetzt, wann man Blitzlicht verwendet (auch Mehrfachblitz), wie man Licht richtig misst und mehrere Lichtquellen nutzt. Dabei ist wichtig, inwieweit auch der Hintergrund oder das ganze Umfeld einbezogen werden soll.
Man kann das Licht konzentrieren oder streuen oder diffus halten - das kommt immer auf die Aussage bzw. den Zweck der Aufnahme an. Eine wichtige Regel lautet: Probieren, probieren! Weniger intensives Licht verwischt harte Konturen, starkes Licht verschärft.
In diesem Zusammenhang muss man unbedingt von Low Key Aufnahmen und High Key Aufnahmen sprechen. Sie sind besonders in der Akt- und Porträtfotografie als technisch-gestalterische Stile nicht wegzudenken. In der Low Key Fotografie dominieren dunkle Farbtöne, was aber nicht mit Unterbelichtung zu tun hat. Durch zielgerichteten Einsatz von (meistens wenig) Licht und Schatten werden die Körper modelliert bzw. auf ein Hauptmotiv im Bild gerichtet. Und so verstärkt sich je nach Motiv die erotische Aussage.
Die High Key Fotografie dagegen setzt Licht satt ein. Helle Töne, weiches Licht und niedrige Kontraste herrschen hier vor. Objekt und Hintergrund weisen helle Flächen bzw. hellfarbige Töne auf. Alles ist gleichmäßig ausgeleuchtet. So entsteht z.T. ein Ausdruck von Reinheit und Unschuld.
Und wenn dies im Zusammenhang mit der Darstellung eines nackten Körpers, vielleicht noch in einer lasziven Pose, steht, dann ergeben sich in Stilmittel und Ausdruck schöne Kontraste. Oder es soll mittels High Key nur bestimmte Details hervorgehoben werden, z.B. Augen und Mund, Brauen oder Wimpern.
Licht ist Mittel des Gestaltens, der Korrektur und der Inspiration gleichermaßen. Was die Korrektur betrifft, so können mithilfe von gezieltem Lichteinsatz bestimmte Auffälligkeiten bzw. Unzulänglichkeiten am Körper (wenn man sie nicht zeigen will) ausgeglichen werden: Narben, Sommersprossen oder Muttermale zum Beispiel. Aus einer leicht eckigen Hüfte wird eine wohlgeformte runde Hüfte.
Denn nicht immer stimmen Ausdruck des Modells und Körper überein, das absolute Top-Modell, bei dem wirklich alles stimmt, gibt es in den seltensten fällen. Da ist auch zu fragen, ob man das so will und nicht lieber Wert legt auf Natürlichkeit und Ungezwungenheit.
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